Energiezentrale Unterfeld, Zug und Baar
- Bauherrschaft: WWZ Energie AG, Zug
- Leistungsphasen: Wettbewerb 2021, 1. Rang
Ausführung 2022-2024 - Architekten: Lütjens Padmanabhan, Zürich
- Fotograf: Philip Heckhausen
Siegerprojekt Kategorie Transformation Swiss Arc Award 2025
Irgendwo nahe dem Zugersee – am Übergang zwischen offener Landschaft und den typischen Gewerbezonen – stösst man als Spaziergänger*in auf ein eigenwilliges Infrastrukturgebäude, das in seiner Erscheinung entfernt an die frühen dekonstruktivistischen Werke von Frank Gehry erinnert. Erst aus der Nähe offenbart sich eine mögliche Funktion der skulpturalen Fassade: eine aufgefächerte, nach oben offene Konstruktion aus verzinktem Stahl und gewellten Platten. Wie ein überdimensionaler Tropfenfänger ausgebildet, umhüllt die offenporige, teils bewachsene und mit rohen Eternitplatten bekleidete Metallstruktur die Energiezentrale Unterfeld – und schlägt
dabei eine poetische Brücke zwischen Himmel und Erde. In Anlehnung an den Seewasserkreislauf wird Regenwasser über die durchlässige Hülle abgeleitet. In Pflanztrögen, die sich in den Zwischenräumen der Eternitplatten befinden, wachsen Gräser, Blumen und Stauden; die naturnahe Umgebung spiegelt die natürliche Vielfalt des Alpenraums wider. Die Zeit wird und soll hier Spuren hinterlassen. Die «wilde» Erscheinung basiert auf einer robusten, präzise ausgearbeiteten Konstruktion und einer kontrollierten Tektonik – sie lässt das Infrastrukturgebäude sprechen und verleiht ihm eine selbstverständliche Präsenz. Die Balance zwischen funktionalem Kern und ausdrucksstarker Hülle gelingt auf bemerkenswerte, zeitgemässe Weise. Anstelle einer dichten, abschliessenden Fassade entstand hier ein vertikales faux-terrain, das sich im Laufe der
Zeit immer stärker mit der umgebenden Landschaft verweben wird. Über den Kontrast aus ungezähmten Pflanzen auf glattem Eternit und wachsender Biodiversität symbolisiert diese Fassade auf eindrucksvolle Weise einen neuen, respektvollen Dialog mit Natur und Ressourcen. Unbedingt ein Award!
Laudatio Dominique Salathé









